Wie schön es wär ! – von kleinen und großen Projekten um sich wieder zu Begegnen

Seit inzwischen fast einem Jahr beeinflusst die Covid-19 Pandemie unseren Alltag enorm. Die AHA-Regeln, Beschränkungen beim Reisen und Einkaufen, aber vor allem bei den Kontaktbeschränkungen.
Der Lockdown in Frühling war einschneidend. Etwas Entspannung im Sommer – nun einschneidende Beschränkungen seit November. Das zerrt bei vielen an den Nerven und wir merken wie essenziell menschliche Kontakte sind.

Die gemütliche Runde in Café der Kneipe, der Klönschnagg am Gartenzaun, mal wieder mit vielen Leuten Picknicken oder den Geburtstag feiern – all das vermissen wir. Die Straßen im Dorf sind leer, die Kälte trägt dazu bei, dass wir uns nicht sehen, nicht begegnen, noch nicht einmal aus der Entfernung ein kleines Schwätzchen halten.

Viele träumen sich im Sommer wieder unbeschwert Treffen zu können

Soziales Leben braucht Treffpunkte

Der öffentliche Raum ist ein wertvoller Ort an dem zufällige, aber auch geplante Begegnungen stattfinden. Ob an der Bushaltestelle, vor dem Geschäft oder an der Kirche – Menschen treffen sich und verweilen für ein kurzes Gespräch. Das bringt uns zusammen und erhält die Kommunikation im Ort. Über die wichtige Funktion dritter Orte haben wir bereits in einem vorherigen Artikel geschrieben. Doch nicht nur Gemeindezentren oder Coworking-Spaces erfüllen diese Funktion. Manchmal reicht eine Bank, ein öffentlicher Grillplatz oder eine Landmarke wie ein alter Baum oder eine Skulptur. Treffpunkte aller Art tragen zum Miteinander im Dorf bei.

Ich träume davon, was im Sommer oder Herbst vielleicht wieder möglich wird. Das hilft mir nach vorne zu Blicken und die positiven Vorstellungen geben mir Kraft durch zu halten. Deshalb schreibe ich heute über 3  tolle Projekte, die das Miteinander im Dorf stärken und vor allem die Jüngeren und die Älteren zusammenbringen. Von spontanen mit wenigen Mitteln umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu langfristigen, großen Projekten.

Wandernde Bank

Wo steht die Bank als nächstes?

Eine Bank bleibt meist wo sie ist. Dort wo der Ausblick am schönsten ist, dort wo sie zum Ausruhen und Verweilen gebraucht wird, dort wo jemand sie einmal hingestellt hat – sie bleibt immer am selben Fleck. Doch was wäre wenn die Bank wandert, mal hier und mal dort steht? Eine Bank ist ein Ort des Verweilens, der zufälligen Begegnung und der Kommunikation – was passiert wenn sie mal wo ganz anders steht als sonst? Wer setzt sich dann darauf? Wem begegnet man dann, mit dem man sonst vielleicht wenig Kontakt hat? Probiert es doch einmal aus. Eine Bank lässt sich doch bestimmt bei irgendwem in der Garage oder Scheune finden – oder baut spontan selbst eine.

Dorflinde

Wenn Dorflinden sprechen könnten hätten sie bestimmt viel zu erzählen

Auf vielen Dorfplätzen gibt es einen alten Baum. Bäume, vor allem die großen stattlichen Linden, sind historische und zum Teil auch heute noch beliebte Treffpunkte. Viele der alten Bäume mussten inzwischen gefällt werden, mancherorts gibt es sie jedoch noch. Im Sommer laden die schattigen Plätze, zentral im Dorf gelegen mit einer Bank, zum Verweilen und ins Gespräch kommen ein. In einigen Dörfern wird der Geburtstag des Baumes sogar zum großen Dorffest. Ein schöner Grund vielleicht eine Linde, Kastanie oder Eiche zu pflanzen, die kommenden Generationen werden sich freuen. Jetzt im Frühling ist genau die richtige Zeit dafür.

Wenn Jung & Alt gemeinsam den Alltag teilen

Betreuung ist in der Pandemie ein besonders wichtiges, aber auch schwieriges Thema. Viele Menschen die Care-Arbeit in der Familie leisten sind am Rand ihrer Belastbarkeit, denn Kita, Kindergarten und Senioreneinrichtungen sind vielerorts geschlossen.

Zeit zusammen verbringen, das tut Jung und Alt gleichermaßen gut

Gerade bei Menschen die allein leben ist Einsamkeit ein großes Thema, vor allem wenn die Familie nicht in der Nähe lebt. Das ist auch unabhängig von pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen ein Problem. Tagespflegeeinrichtungen können für ältere, alleinlebende eine Möglichkeit für den gemeinsamen Lebensabend im eigenen Dorf bieten und gleichzeitig die Angehörigen entlasten. Tagsüber können die Senior*innen sich in den Räumen der Tagespflege aufhalten und die Freizeit gemeinsam mit Anderen verbringen. Außerdem erhalten sie Assistenz bei Dingen die Ihnen schwer fallen und gesundheitliche Versorgung.

Gemeinsam macht vieles einfach mehr Spaß

Einige Gemeinden haben die Betreuung von Kindern mit der Tagespflege für Hochbetagte zusammen gedacht und haben sich dazu entschlossen die Jüngsten und die Ältesten an einem Ort zu betreuen. Kindergarten und Seniorenzentrum teilen sich beispielsweise einen Garten oder machen gemeinsame Ausflüge und Lesenachmittage. So wird der Austausch zwischen Jung und Alt gefördert und auch bei der Organisation ergeben sich win-win-Effekte.

Auch ein Generationenspielplatz dessen Gestaltung darauf ausgelegt ist, dass Kinder, Erwachsene und Senior*innen gemeinsam spielen und sich bewegen, kann ein schönes Projekt sein.

Von Begegnung träumen

All diese Projekte leben davon dass man sich persönlich begegnet. An der Wandernden Bank oder der Dorflinde kann man sich auch Corona-Konform als ein Haushalt aufhalten. Die Projekte bei denen sich Jung und Alt Treffen sind da eher Zukunftsmusik. Da können die nächsten Wochen und Monate zur Ideenentwicklung und Planung genutzt werden – das lässt sich in einer Gruppe beispielsweise auch in einem Online-Workshop gut machen.

Ich hoffe dass, wenn es wieder wärmer wird, das Infektionsgeschehen abnimmt und die Zahl der geimpften Personen steigt, wieder etwas Normalität einkehrt und soziales Leben im Ort wieder möglich wird. Nach Feierabend mit Freunden zusammenkommen und auf dem Deich eine spontane Jam-Session machen, das wäre toll!

Wovon träumt ihr? Was ist euer Post-Corona Wunschprojekt im Dorf? Schreibt uns eure Idee und wir verlosen einen kostenlosen Online-Projektentwicklungsworkshop. Ich freu mich auf eure Projekte!