Corona-Alltag im Dorf – welche digitalen Innovationen jetzt punkten

Egal, ob in der Stadt oder auf dem Land, aktuell sind alle Lebensbereiche von der  Coronakrise betroffen. Einfach so weiter wie bisher funktioniert in vielen Bereichen einfach nicht mehr. Ob Freizeit, Schule oder Job – wir alle müssen unsere Gewohnheiten umstellen. Vor allem unser Zusammenleben, die Freizeit und Kultur verändern sich durch den Ausnahmezustand.

Während manches zum Erliegen kommt, blüht anderes erst so richtig auf: wir stellen einige Projekte vor, die durch die Krise entstanden sind oder jetzt besonders gefragt sind.

Apps ersetzen das Zaungespräch und organisieren Nachbarschaftshilfe 

Das Gebot, Abstand zu halten, verändert die alltägliche Kommunikation im Dorf. Immer mehr Menschen kommunizieren digital. Per Messenger oder App werden Informationen ausgetauscht, Hilfen und Unterstützung geregelt und Beziehungen gepflegt.

Eine App, die speziell für die Dorfkommunikation entwickelt wurde, ist momentan besonders stark nachgefragt: Digitale Dörfer. »Vom Land für’s Land« ist das Motto der App, die sowohl die Dorfbevölkerung, als auch die lokale Verwaltung und den Einzelhandel vernetzt. Der integrierte DorfFunk, die DorfNews, BestellBar und LieferBar werden in immer mehr Kommunen bundesweit genutzt. »In den letzten Tagen hat es bereits einen wahren Ansturm auf die App gegeben«, so der Rheinland-Pfälzische Innenminister Lewentz.

Nachbarschaftshilfe ist auch ohne Corona in vielen Dörfern eine Selbstverständlichkeit. Was bisher am Gartenzaun und im direkten Gespräch stattfand verlagert sich nun zunehmend ins digitale. In verschiedenen Landkreisen wurden spontan Webseiten eingerichtet oder bestehende Angebote weiter ausgebaut, auf denen Hilfsangebote und Gesuche eingestellt werden können. 

Volumap bietet ein Tool um spontanes Engagement gezielt zu koordinieren. Ursprünglich wurde sie ins Leben gerufen um Ehrenamtliche gut in die Arbeit von Hilfsorganisationen einbinden zu können. Jetzt wurde sie erweitert, so dass auch Hilfen wie »Einkaufshelfer« oder »Telefonate gegen die Einsamkeit« arrangiert werden können.

Digitale Services holen den Landkreis ins Wohnzimmer

Das kulturelle Leben ist mehr als alles andere vom Lockdown betroffen. Kreative und Kulturschaffende sind gezwungen umzudenken und auch auf dem Land entstehen neue, innovative Formate.

Das Projekt Ein Wendland – zusammen zu Hause soll die Menschen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg näher zusammenbringen. Jeden Tag gibt es ein kurzes Video – live aus der Region. Unternehmer*innen erzählen von den Veränderungen im Betrieb und wie sie sich an die Beschränkungen anpassen. Lokale Musiker*innen und DJ*anes unterhalten und sorgen für ein heimeliges Wir-Gefühl beim gemeinsamen Livestream. Inklusive Applaus via Chat und digitaler Hutkasse. 

Die digitalen Angebote für Kulturgenuss sind in den letzten Wochen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ob Theater, Kabarett, Clubbesuch oder Gottesdienst – viele Institutionen verlagern ihre Angebote ins Netz. Viele internationale Museen bieten virtuelle Rundgänge durch ihre Sammlungen – aber warum in die Ferne schweifen wenn es in der eigenen Region doch so viel zu entdecken gibt?

Louvre, MoMa, Oderbruch. Das Oberbruchmuseum – das Museum in Altranft bietet seinen Gästen seit letzter Woche ein neues Angebot. »Podgast – das Museum hören« heißt der Podcast der Werkstatt für ländliche Kultur. Hier gibt es einen akustischen Blick hinter die Kulissen, ein Rundgang durch Räume die zum Teil auch ohne Corona verschlossen sind.

 

Haben Sie ein tolles Projekt mit auf die Beine gestellt oder kennen Sie ein Projekt von dem wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns gerne.

Quellen:

https://www.digitale-doerfer.de/

https://mdi.rlp.de/de/service/pressemitteilungen/detail/news/News/detail/lewentz-ermoeglicht-landesweite-nutzung-der-dorf-app/?no_cache=1&cHash=398d8c26ed24a31be32a0f9157a7a58f

https://www.volumap.de/kommunen.html

https://www.oderbruchmuseum.de/podcast.html

https://www.facebook.com/einwendland/