Corona – und was danach? Warum wir genau jetzt Visionen brauchen

Viele fragen sich: wie wird die Zukunft? Was wird in den nächsten Wochen passieren? Wie wird die Welt nach Corona aussehen? Die Antwort ist: wir wissen es nicht. Wir wissen nur, sie wird nicht mehr dieselbe sein wie zuvor. Und das ist eine gute Nachricht.

Unser Alltag ist nicht mehr derselbe

Vieles in unserem Leben hat sich von einem Tag auf den anderen geändert, was zuvor unveränderlich schien hat sich komplett gewandelt. Einiges vermissen wir: die sozialen Kontakte, die Freizeitaktivitäten im Verein, in den Ferien zu verreisen. Durch die Schließung von Restaurants und Läden, die Absage von Veranstaltungen und das Gebot sich nicht in Gruppen zu treffen, fallen viele Beschäftigungen und Gewohnheiten weg. Bei anderen Dingen freuen wir uns vielleicht dass sie nun ausbleiben, wie das tägliche Pendeln zur Arbeit oder kräftezehrende Geschäftsreisen. Wir lernen Dinge zu schätzen, die bisher selbstverständlich schienen, wie Online-Shopping oder die Verfügbarkeit von Medikamenten. Manch einer tut Dinge die er vorher nicht tat – weil keine Zeit war oder andere Dinge interessanter – wie Gärtnern oder Spazieren gehen. So vieles ändert sich in kürzester Zeit, aber wir leben noch – wir haben uns angepasst, schneller als man sich vorstellen konnte.

Es ist genau dieser Bruch mit den Routinen und Gewohnheiten, der Raum schafft, uns unser Leben anders vorzustellen. Die Erfahrung, dass alles ganz anders sein könnte, macht es möglich, uns eine veränderte Welt vorzustellen – auch zum Positiven.

Wir brauchen positive Zukunftsbilder, um die Gegenwart zu bewältigen

Diese Zeit ist belastend. Wir wissen nicht was kommen wird, wie lange wir noch in diesem Ausnahmezustand verweilen müssen. Keiner kann diese Fragen beantworten – Eltern nicht, Forscher*innen nicht, Politiker*innen nicht und Zukunftsforscher*innen genausowenig. Dieser Zustand führt zu Verunsicherung. 

Denken wir in diesen Tagen an die Zukunft, so sehen wir oft vor allem die Gefahren und Probleme, die auf uns zu kommen, sie türmen sich zu einem unüberwindbaren Berg und dystopischen Schreckensszenario auf. Versetzen wir uns gedanklich in diese Situation, dann antizipieren wir bereits die Gefühle die wir in dieser Zukunft haben werden. Wir spüren bereits die Angst, die Trauer, die Verzweiflung. Wir fühlen uns überfordert und überwältigt von einer Situation die gar nicht real ist. Die Folge ist Angst, Mutlosigkeit und Resignation. 

Dieser Mechanismus funktioniert jedoch sowohl in die eine Richtung als auch in die andere. Stellen wir uns eine negative Zukunft vor, verspüren wir Angst vor ihr. Sind wir jedoch optimistisch, so wirkt sich das ebenso auf unsere aktuelle Stimmungslage aus. 

Uns mit positiven Zukunftsbildern zu beschäftigen hilft uns dabei, die Gegenwart zu bewältigen. Und aktiv an der Verwirklichung unserer Vision zu arbeiten kann uns neue Energie bescheren. So können wir die Angststarre überwinden und wieder zu Motivation und Lebendigkeit finden. 

Die Krise hat das Potenzial in uns eine innere Kraft frei zu setzen, die uns dabei hilft unsere Vision zu verwirklichen und die Welt zu verändern.

Zukunft kommt nicht (nur) auf uns zu, sie entsteht auch durch uns

Was bringt uns die Zukunft? Die Zukunft ist nicht der Weihnachtsmann oder der Osterhase, auf den man wartet und sieht was er bringt. Vielleicht gefällt es – vielleicht auch nicht. Wir alle merken jedoch irgendwann, dass wir den Weihnachtsmann beeinflussen können und so ist es auch mit der Zukunft. Natürlich, vieles in unserem zukünftigen Leben ist von Außen beeinflusst: von Gesetzen, der Wirtschaft, den klimatischen Veränderungen, dem Handeln unserer Mitmenschen. Aber so wie die Handlungen anderer uns beeinflussen, so wirken sich auch unsere Handlungen auf die Zukunft aus. 

»Die beste Methode die Zukunft vorherzusagen besteht darin, sie zu erfinden.« Alan Kay

Wenn wir die Zukunft entwerfen gestalten wir heute die Welt von Morgen. Verwirklichen wir unsere Pläne, dann fangen wir an die Zukunft aktiv zu beeinflussen. Wenn Menschen sich zusammentun und ein gemeinsames Ziel verfolgen, zum Beispiel einen Begegnungsort zu schaffen oder den autofreien Sonntag im Dorf, dann wird dieser Teil ihrer, und der Zukunft anderer, sein. Die Zukunft nach Corona wird sowohl durch äußere Einflüsse als auch durch unsere eigenen Handlungen entstehen. 

Träumen – Planen – Machen

6 Schritte um in der Krise die Zukunft in die Hand zu nehmen: 

1. Innehalten und Durchatmen – zur Ruhe kommen. Nehmen Sie sich Zeit. Vielleicht setzen Sie sich mit einem Getränk in den Garten oder auf den Balkon. Lassen die Gedanken schweifen und nehmen ein paar tiefe Atemzüge. 

2. Träumen – ob von prächtigen Pflaumenbäumen oder der Südsee, träumen Sie sich in die Zukunft. Wie soll ihr Dorf sein? Wie wünschen Sie sich die Welt nach Corona? Was ist Ihnen persönlich wichtig? 

3. Mit anderen Reden – sich gemeinsam über die Zukunftsbilder austauschen, Visionen entstehen lassen. Tauschen Sie sich mit ihren Mitmenschen im Dorf aus. Wie stellen die anderen sich die Zukunft vor? Wo liegen die Unterschiede? Finden Sie Gemeinsamkeiten. 

4. Von den Wolkenschlössern in das hier und jetzt – den Blick aufs Dorf richten. Träume und Ideen spinnen ist schön, aber verpassen Sie nicht den Realitätscheck zu machen. Wie ist die Situation im Dorf momentan? Was steht ihrer Vision entgegen? Was existiert bereits, auf das Sie aufbauen können?

5. Thema gefunden – fangen Sie an zu Handeln. Nun gilt es vom Reden zum Handeln zu kommen. Konkretisieren Sie Ihr Projekt, planen Sie. Auch wenn scheinbar, momentan alles still steht, Sie können enorm viel tun. Begeistern Sie andere, gewinnen Sie Mitstreiter*innen für ihr Projekt. Bereiten Sie Ihr Vorhaben vor, schauen Sie was jetzt schon getan werden kann. 

6. Einfach machen – legen Sie los. Wenn es die Situation zulässt, fangen Sie an. Manche Ideen können Sie direkt angehen, weil sie beispielsweise ohne Kontakt zu Mitmenschen oder digital umsetzbar sind. Für die Verwirklichung von größeren oder Gemeinschaftsprojekten müssen Sie wohl noch warten, aber lassen Sie Ihre Träume nicht in der Schublade verkümmern. Realisieren Sie Ihre Vision, wenn Sie die Zukunft ihres Dorfes nach Corona in die Hand nehmen wollen. 

Wir erleben eine paradoxe Zeit, die Welt verändert sich rasant und gleichzeitig ist das öffentliche Leben gelähmt. Auch wenn wir aktuell nicht direkt handeln können, können wir dennoch etwas tun. Auch wenn wir uns nicht zusammensetzen können, um über die Zukunft unseres Dorfes zu beratschlagen, können wir dennoch einen Dialog darüber anstoßen. Wann wenn nicht jetzt?

Sie möchten diesen Weg mit Menschen aus Ihrer Dorfgemeinschaft gehen? Dann melden Sie sich bei uns. Wir haben eine (Online-)Workshopreihe entwickelt um mit Ihnen gemeinsam die Zukunft nach Corona in die Hand zu nehmen.