Unsere Geschichte


PrototypingFutures und unser Format »Dorf macht Zukunft« ist das Ergebnis eines langen Prozesses. Sowohl eines Individuellen als auch eines Gemeinsamen.

Alles begann in der Uni

Begonnen hat alles – wie so oft – bei einem Feierabendbier im Projektraum der Uni. Unser gemeinsames Studienprojekt war in den letzten Zügen und wir ließen die letzten Wochen revue passieren. Der Aspekt, der uns beide an dem Projekt begeistert hat, war die Erfahrung, zusammen als Gruppe Visionen zu entwickeln und die Erkenntnis, welche Kraft es hat, wenn diese nicht nur auf Papier sondern ganz greifbar als Prototypen real werden. Wir waren uns einig, genau so wie wir es in diesem Projekt gemacht hatten wollten wir zukünftig arbeiten. Dass wir dann gemeinsam unsere Abschlussarbeit schreiben würden – selbstredend!

Unser Bezug zum Thema

Als zweites kam ein persönliches Anliegen ins Spiel: ländliche Räume. Dieses Thema hat uns beide in den letzten Jahren stets begleitet und interessiert. Isabella stammt ursprünglich aus einem Dorf und träumt davon, gemeinsam mit anderen einen kreativen Zukunftsort im Ländlichen aufzubauen. Julia ist im Rahmen des Studiums immer wieder in verschiedenen ländlichen Regionen gewesen, das hat ihr Interesse für die lokalen Unterschiede und die spezifischen Herausforderungen von Bewohner*innen, Unternehmer*innen und Kulturschaffenden in Dörfern, geweckt.

Theorie und Praxis sind untrennbar

Theoretisches Wissen und Erkenntnisse sind für uns elementar, aber wir sind auch mit Leidenschaft Gestalterinnen und Macherinnen. In der bisherigen Arbeit hatten wir festgestellt, dass sich bei uns Theorie und Praxis gegenseitig befruchten. Unsere Inspiration für neue Methoden und Herangehensweisen kommt stets aus Wissenschaft und Forschung, aber was ist eine Theorie ohne deren praktische Anwendung? Das eine ohne das andere funktioniert für uns nicht. Insofern war uns klar, unsere Masterarbeit sollte konkret und praktisch sein, aber auch experimentell und wissenschaftlich untermauert.

Ab ins Feld und Erfahrungen sammeln

Auf unserem Weg hatten wir die Möglichkeit bei einem mehrtägigen Beteiligungsprozess in einer ländlichen Gemeinde dabei zu sein. Eine tolle Erfahrung, aus der wir viele Erkenntnisse mitnahmen.Die wesentliche Erkenntnis war, am Beginn eines gestalteten Veränderungsprozesses sollte eine Vision stehen. Der Austausch, darüber wie man als Dorfgemeinschaft zukünftig zusammenleben möchte ist elementar. Hier fanden wir unsere Forschungsfrage: Wie lassen sich gemeinsam Visionen entwickeln? Welche Methoden und Materialien helfen Dorfgemeinschaften dabei, ein Zukunftsbild für sich zu entwickeln und zu kommunizieren?

Ran an den Schreibtisch

Die Erfahrungen aus dem Beteiligungsformat im Gepäck, machten wir uns an die Arbeit. Wochen der Recherche über Methoden und Werkzeuge, über gelungene Beispiele und Trends und Entwicklungen folgten. Eine Richtung zeichnete sich ab: es würde eine Art Werkzeugkoffer werden, der Materialien beinhaltet, die Dorfgemeinschaften bei der Gestaltung ihres Veränderungsprozesses unterstützt. Eigentlich eine Summe dessen was wir im Studium gelernt und erarbeitet hatten – ein runder Abschluss im wahrsten Sinne des Wortes.

Test, Test, Test

Wir streckten unsere Fühler aus und suchten nach Dorfgemeinschaften die mit uns kooperieren wollen. Ein paar Mails und Telefonate später saßen wir im Gemeindehaus bzw. der Gaststätte zweier Dörfer im Landkreis Hildesheim und packten unsere Workshopmaterialien aus. Wir waren begeistert davon, auf welch großes Interesse unser Projekt stieß und wie viel Unterstützung wir von den beiden Dorfgemeinschaften bekamen. Wir verbrachten lebendige und intensive Workshoptage und stellten fest – wir sind auf dem richtigen Weg.

Master in der Tasche – und nun?

Die Theorie war geschrieben, das Beteiligungsformat erfolgreich getestet, Abschluss mit Auszeichnung in der Tasche. Check. Und nun? Unsere Begeisterung für Dorfentwicklung und unser Anliegen, zum Thema Bürgerbeteiligung zu forschen, war ungebrochen. Wir wollen damit weitermachen, das war klar. Unsere nächste Herausforderung hieß: ein Masterprojekt in eine Geschäftsidee überführen. Wir standen vor vielen Fragen, Entscheidungen und Herausforderungen.

Das erste Jahr: Herausforderung, Beschleuniger und Prüfstand

Mehr durch Zufall erfuhren wir von den Kultur- und Kreativpiloten, einer Auszeichnung des Wirtschaftsministeriums für wegweisende Projekte und Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Kurz und knapp: wir haben uns beworben und wurden ausgewählt. Was für ein tolles Gefühl, dass auch die Jury unser Projekt wertvoll und zukunftsweisend fand! Intensive und arbeitsreiche Monate folgten. Unterstützt von Netzwerk und Coaches begaben wir uns auf die Abenteuerreise »Unternehmerinnen werden«.

Los, stopp, Kurskorrektur

Ein Plan war gefasst, ein Geschäftsmodell entwickelt, viele Kontakte wurden geknüpft, Dorfgemeinschaften interessierten sich für unser Angebot, Konferenzen fragten uns als Speakerinnen an. Das Projekt gewann an Dynamik – 2020 sollte unser Jahr werden. Und dann kam Corona. Schnell war klar, wir würden in den nächsten Monaten nicht durch die Republik fahren und Workshops geben. Auch die Konferenzen wurden abgesagt. Was nun? Die Füße hochlegen und die Hände in den Schoß? Nicht mit uns. Gerade in einer Zeit in der sich so viel ändert, können wir doch nicht stillstehen. Wir fragten uns: Was hilft Dorfgemeinschaften dabei ein Zukunftsbild für sich zu entwickeln, wenn es kein Workshop sein kann? Unsere Antwort: Informationen und Inspirationen. Was die Teilnehmenden in unseren Workshops immer besonders interessiert hat, war unser Input von außen. Aktuelle Entwicklungen und Trends sind ein fester Bestandteil in unseren Workshops und regen die Diskussionen an. Beispiele und Geschichten aus anderen Dörfern inspirierten und halfen dabei, eigene Ideen zu entwickeln. Beides lässt sich auch gut digital erzählen.

Dorf macht Zukunft – das Magazin

Nun ist es da, unser Online-Magazin “Dorf macht Zukunft”. Hier wird es zukünftig verschiedenste Artikel rund um die Themen Dorfentwicklung und Bürgerbeteiligung geben. Mit interessanten Fakten und Trends, Hintergrundwissen und natürlich mit vielen praktischen Beispielen und Geschichten des Gelingens. Eine Frage ist jedoch noch offen: Wie lassen sich in Corona-Zeiten gemeinsam Visionen entwickeln?

Dorf macht Zukunft – digital

Wir waren immer ein Fan des Analogen und sind es auch nach viel vor. Es ist einfach toll, sich in interaktiven Workshops auszutauschen. Man ist in einem Raum, redet und diskutiert, beugt sich gemeinsam über einen Arbeitstisch, Karten wandern von Hand zu Hand, man lacht und scherzt. Unser Workshopangebot lebt vom persönlichen Gespräch, vom analogen skizzieren und Workshopmaterialien zum anfassen. All das ist mit der Kontaktbegrenzung kaum denkbar. Oder vielleicht doch? Wir waren in den letzten Wochen Teil etlicher Online-Meetings. Haben Vorträgen gelauscht, diskutiert, Ideen entwickelt, Dinge abgestimmt und dabei durchaus Spaß gehabt. Warum sollte das nicht auch bei Dorf macht Zukunft möglich sein?


Unser nächstes Forschungsprojekt: Wir übertragen unsere Workshops ins Digitale. Wir sind gespannt – was kann 1:1 übernommen werden, was muss angepasst werden, was klappt gut, was nicht? Haben Sie Lust auf dieses Experiment? Dann melden Sie sich bei uns. Wir sind aktuell auf der Suche nach Dörfern, die als erstes unsere neu entwickelten Methoden und Formate testen wollen. Wir sind neugierig – Sie auch? Dann freuen wir uns auf ihren Anruf oder Email.